• Patka Gödeke-Krebs

Was uns wirklich glücklich macht...

Aktualisiert: 25. Juli 2020

Können Sie sich erinnern, wann Ihnen zuletzt Jemand zugehört hat? Ich meine wirklich zugehört. Mit aller ungeteilten Aufmerksamkeit und ohne vorgefertigte Bewertungen oder Ratschläge.

Welche Menschen haben Ihnen das geschenkt?

Ihre Eltern, Freunde, vielleicht LehrerInnen, Partner?

Und können Sie sich erinnern, was es in Ihnen ausgelöst hat?


Es ist die Basis von Trost, von Hoffnung, von echter Verbundenheit, von Liebe -

Ich bin ich der Überzeugung, dass das echte Zuhören mit zu den schönsten Dingen gehört, mit denen wir andere glücklich machen können.


Und manchmal ist das, was so leicht klingt, gar nicht so einfach...


Kann ich den Tränen eines Babys zuhören oder möchte ich es rasch mit einem interessanten Spielzeug ablenken?

Kann ich dem Kummer eines Kindes nach gekündigter Freundschaft durch die bislang beste Freundin wirklich zuhören oder möchte ich es lieber schnell wieder lächeln sehen indem ich ihm ein Eis in die Hand drücke?

Kann ich den vielleicht rebellischen Gedanken eines Teenagers wirklich zuhören oder möchte ich ihn oder sie lieber wissen lassen, wie die Welt funktioniert?

Kann ich meinem Partner wirklich zuhören, der sich über einen Jobwechsel Gedanken macht, oder bin ich gedanklich parallel bei der Planung für das Wochenende?


Das chinesische Schriftzeichen für "zuhören" verdeutlicht auf sehr schöne Weise die verschiedenen Aspekte des Zuhörens:

Es besteht aus den Teilen "Ohr", "Auge", "Herz", "König" und zusätzlich der Zahl "1".

Das Ohr nimmt die Inhalte auf und natürlich den Klang der Stimme.

Das Auge ist für das große Gebiet des nonverbalen Zuhörens zuständig, die Mimik, Gestik, Körperhaltung.

Das Herz erst macht das Zuhören zum empathischen Zuhören, erst dieser Kanal kann all die Bedeutung, die zusätzlich hinter den Worten steht, aufnehmen.

Der König repräsentiert die Wertschätzung, mit der ich im Moment des Zuhörens meinem Gegenüber begegnen sollte.

Und die Zahl Eins symbolisiert die ungeteilte körperliche und mentale Aufmerksamkeit, die ich dem/der Erzählenden schenke.


Das Tolle dabei ist: man kann das üben! Gelegenheiten gibt es jeden Tag. Und es hat einen sehr beeindruckenden Nebeneffekt: es macht nicht nur unser Gegenüber glücklicher, sondern uns selber auch. Viel Freude dabei!


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