Traumabewältigung (Somatic Experiencing, SE)

für Babys und Kinder 

„Ich fühle,

also bin ich.“

 

A. Damasio

Noch immer ist die Vorstellung weit verbreitet, Babys und Kleinkinder seien `noch zu klein, als dass sie sich später an schwierige Erlebnisse erinnern könnten´. 

Diese Annahme geht davon aus, dass Erinnerungen lediglich in unserem kognitiven Gedächtnis gespeichert würden, das uns jedoch erst mit ca. 4 Jahren zur Verfügung steht. 

Zusätzlich sind wir aber mit einem -ungleich zuverlässiger arbeitenden-  `Körpergedächtnis´ausgestattet, dessen Erinnerungsvermögen bis in unsere vorgeburtliche Lebenszeit zurückreicht. 

Und da das Nerven- und Bewegungssystem von Embryonen, Babys und Kleinkindern noch  nicht ausgereift ist, sind diese sehr viel anfälliger für Belastungen, die in ein traumatisches Erleben münden - denn sämtliche Erfahrungen, die ein ungeborenes oder noch kleines Kind macht, sind zunächst einmal Körpererfahrungen.

`Schreibabys´ erzählen uns häufig davon, dass sie Hilfe in der Verarbeitung belastender Erlebnisse benötigen. Kleinkinder tun dies oft nicht mehr… Statt dessen entwickeln sie vielleicht Ängste, Schlafstörungen, vermeintlich aggressives Verhalten oder sonstige Auffälligkeiten.

 

Eltern können (und dürfen) den Schmerz im Leben ihrer Kinder nicht verhindern, schwierige und auch traumatische Erfahrungen sind ein ganz normaler und sogar wichtiger Bestandteil des Lebens. 

Wenn sich ein Kind aber als hilflos und ohnmächtig gegenüber einem belastenden Ereignis erlebt hat, dann wird es uns zeigen, wenn es Unterstützung braucht um wieder zu der Widerstandskraft zu gelangen, die jeder Mensch in sich trägt, um mit Schwierigkeiten fertig zu werden.

 

Somatic Experiencing (SE), eine körperorientierte Technik zur Traumabewältigung, kann hierbei Kindern wie Eltern eine große HIlfe sein. 

Typische Anlässe für SE-Behandlungen von Kindern in meiner Praxis

 

  • `Schreibabys´, z.B. bedingt durch schweren Geburtsverlauf    

  • Ängste, Albträume, Schlafstörungen

  • Verhaltensauffälligkeiten nach Ereignissen, die als traumatisch erlebt wurden, wie z.B. medizinische Eingriffe, Unfälle, Verlust von Familienmitgliedern, erlebte Gewalt…

Präventive Beratungsgespräche

  • für Eltern, deren Kind ein großer medizinischer Eingriff bevorsteht

  • wenn bereits absehbar ist, dass dem Kind demnächst eine Phase der Trauerbewältigung bevorsteht, z.B. durch Scheidung der Eltern oder den Tod eines Familienangehörigen